Die nachhaltige Kapitalanlage - ein Leitfaden

Jede Art der Geldanlage gestaltet die Welt mit. Diese Tatsache war zum Beispiel den Quäkern in den USA bewusst – bereits im 16. Jahrhundert: Sie investierten, um möglichst frei von Sünde zu bleiben, nicht in Sklavenarbeit, Alkohol, Tabak, Glücksspiel oder Waffen und wollten mit ihren Steuern keine kriegstreiberische Regierung unterstützen.  

Grundsätzlich beginnt die Wahl der geeigneten Geldanlage mit der Klärung von Anlagesumme und gewünschter Anlagedauer sowie weiteren Rahmenbedingungen. Sind die Möglichkeiten der Anlage auf diese Weise eingegrenzt, geht es nun darum, wie das ökonomische Ziel der Geldanlage möglichst gut erreicht wird.

Wer sein Geld verantwortlich anlegen will, geht jetzt noch einen entscheidenden Schritt weiter und nimmt die Auswirkungen seiner Investition auf Planet und Gesellschaft in den Blick. Damit sind wir bei der nachhaltigen Kapitalanlage. Hier verbinden sich die Anforderungen "ökonomisch sinnvoll" und "ethisch & nachhaltig". Um eine Kapitalanlage auf diese beiden Anforderungen zu prüfen, sind jeweils mehrere Aspekte zu betrachten: 

Ökonomisch sinnvoll bedeutet, die drei ökonomischen Ziele Sicherheit, Liquidität und Rendite - auch das magische Dreieck genannt - auszubalancieren. Für die Einschätzung, wie ethisch & nachhaltig ein Investment ist, empfiehlt sich der Einsatz der ESG-Kriterien, wie dies auch der Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der evangelischen Kirche in Deutschland vorsieht: Die Buchstaben ESG beziehen sich auf drei Verantwortungsbereiche von Unternehmen und Staaten mit Bezug zur Nachhaltigkeit. E steht für Environment (Umwelt), S für Social (Soziales) und G für Governance (Unternehmens- oder Staatsführung).

Beide Komponenten ergeben zusammen das ethisch-nachhaltige Anlage-Dreieck. In ihm können sich die verschiedenen Ziele ergänzen, neutral zueinander verhalten oder konkurrieren. In letzterem Fall wirken sich Maßnahmen zu Erreichung eines Ziels negativ auf ein anderes Ziel aus. Im Falle konkurrierender Ziele gilt es deshalb, genau abzuwägen und auch andere Anlageoptionen in Betracht zu ziehen. Idealerweise ergänzen sich ökonomische und ethisch-nachhaltige Ziele. 

Nachhaltige Kapitalanlagen - was heißt das? 

Der Begriff der "nachhaltigen Kapitalanlage" ist weder verbindlich definiert noch geschützt. Einen guten Überblick über unterschiedlichen Dimensionen einer nachhaltigen Kapitalanlage liefern die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.  Diese 17 Sustainable Development Goals (SDGs) haben die Vereinten Nationen im Jahr 2015 vereinbart. Damit existieren erstmals international anerkannte und konkretisierte Ziele für Nachhaltigkeit, die auch einen internationalen Bezugsrahmen für nachhaltige Kapitalanlagen darstellen. Die 17 SDGs betonen explizit den Aspekt, dass nachfolgende Generationen die Chance auf ein gutes Leben haben müssen.  

Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
Ziel 2: Ernährung weltweit sichern
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ziel 4: Hochwertige Bildung weltweit
Ziel 5: Gleichstellung von Frauen und Männern
Ziel 6: Ausreichend Wasser in bester Qualität
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Ziel 8: Nachhaltig wirtschaften als Chance für alle
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Ziel 12: Nachhaltig produzieren und konsumieren
Ziel 13: Weltweit Klimaschutz umsetzen
Ziel 14: Leben unter Wasser schützen
Ziel 15: Leben an Land schützen
Ziel 16: Starke und transparente Institutionen fördern
Ziel 17: Globale Partnerschaft

Verhindern, fördern, gestalten - Kapitalanlagen auf Nachhaltigkeit prüfen 

Selbstverständlich geht es auch bei nachhaltigen Kapitalanlagen darum, möglichst risikoarm eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. 

Wer Wert darauf legt, sein Kapital in nachhaltige Geldanlagen zu investieren, steht vor der Aufgabe, mögliche Anlageoptionen auf ihre Auswirkungen hin zu prüfen. Bei der Verka haben wir dafür einen Anlageprozess in 4 Stufen etabliert, der sich am Leitfaden der EKD für ethisch nachhaltige Geldanlage orientiert. Nachhaltigkeit ist für uns das Fundament, auf dem die Kapitalanlage mit ihren Zielen Sicherheit, Rentabilität und jederzeitige Liquidität gründet.

  1. Ausschlusskriterien definieren und damit eine erste Auswahl treffen
    Bei Unternehmen schließen wir aus: Menschrechtsverletzungen, Kinderarbeit, Umweltverschmutzung, Korruption, kontroverse Waffen und sonstige Rüstungsgüter, Tierversuche für kosmetische Zwecke, Grüne Gentechnik, Nuklearenergie, Pornographie, Glücksspiel, Tabakproduktion, Alkoholproduktion (Spirituosen), Kohle und Öl
    Bei Staaten geht es um: Missachtung bzw. Einschränkung politischer und demokratischer Rechte, Korruption, Missachtung oder Nichteinhaltung von Klimaschutz-Standards, Missachtung der UN-Konvention für Biodiversität, aktive Praktizierung der Todesstrafe
  2. Nachhaltige Investments bevorzugen: Verka bewertet Unternehmen und Staaten nach den ESG-Kriterien im Hinblick auf die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bzw. Governance. Firmen und Länder mit einem höherem ESG-Score werden bei der Anlage bevorzugt.
  3. Auf ethische Investments fokussieren, die unmittelbar der Förderung der Nachhaltigkeit dienen. 
  4. Engagement und Dialog mit Unternehmen und Initiativen fördern

Nachhaltig anlegen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge

Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden eine betriebliche Altersversorgung anbieten, haben mit der Verka einen erfahrenen Partner mit sozialer und ökologischer Verantwortung an ihrer Seite. Gerade Unternehmen, die in ihrer eigenen Unternehmensführung Wert auf Nachhaltigkeit legen, können damit auch in diesem Bereich ihrer ethisch-ökologischen Überzeugung gemäß handeln. 

Die Mitarbeitenden wiederum profitieren im Rahmen unseres neuen Produktes Balance Flex von individuellen Gestaltungsmöglichkeiten: Der Beitrag ist ganz nach Wunsch wählbar und die Sparbeitragsgarantie lässt sich reduzieren. Damit eröffnen sich durch die Investition in Fonds Renditechancen: Der Anteil, der nicht für die Sparbeitragsgarantie benötigt wird, kann in Fonds und ETFs angelegt werden. Dabei können persönliche Präferenzen die Leitlinie sein - von Mikrofinanzfonds über nachhaltige Wasserfonds bis zu Klimafonds (um nur einige Fonds-Beispiele zu nennen). Mehr über Balance Flex.

Mehr Informationen über die konsequent nachhaltige Ausrichtung unserer Kapitalanlagen in allen Geschäftsfeldern finden Sie hier: https://www.verka.de/verka/nachhaltigkeit/

Verka

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